Menschen,
Geschichte und Kultur!
Die Menschen aus dem
Ursprungsland des Siberian Husky, die Jakuten an der mittleren und
unteren Lena, die östlichen Tungusen vom Jenissei bis zum
Ochotskischen Meer begrenzen das Gebiet, aus dem der Siberian Husky
stammt.
Die Bewohner (Jäger,
Fischer) der ostsibirischen Gebirgslandschaft, die den Namen Jugakiren
trugen und zwischen Kolyma und Jana beheimatet waren. Auch die
Tschukutschen bestehen zum Teil aus seßhaften Jägern
und Fischern an der Küste des Eismeeres und der
Beringstraße und zum anderen Teil aus nomadisierenden
Rentierzüchtern der Gebiete vom Meer bis zum Lauf des Kolyma.
Die Korjaken vom Beringmeer über Kamschatka bis zum
Ochotskischem Meer sind ebenfalls teils seßhafte
Küstenbewohner, teils wandernde Rentierzüchter und
schließlich die Kamtschadalen, die Bewohner Kamtschatkas.
All die Völkerstämme waren vermutlich aus
südlichen Regionen nach Norden hin abgedrängt worden,
wo sie unter härtesten klimatischen Bedingungen ihr Leben
fristen mußten.
Als Nomadenvolk, welches Zelte
und den ganzen Hausrat stets mit sich führen mußten,
waren sie von einer Anzahl Schlittenhunde geradezu abhängig.
Nicht nur die Nomaden hatten Hundegespanne. Auch seßhafte
Jäger und Fischer besaßen Gespanne, allein schon
deshalb um den notwendigen Kontakt mit Nachbarsiedlungen und
Stämmen aufrechtzuerhalten.
Bei solchen Reisen mußten die Hunde schwere Lasten hunderte
von Kilometern transportieren (Tauschmaterialien, kostbare Pelze usw.)
um dann mit begehrter Fracht wie Tabak, Zucker und Tee wieder
heimzukehren. Neben der Tätigkeit als Schlittenhund wurden
Huskyvorfahren auch häufig aus religiösen
Gründen geopfert und den Umständen entsprechend meist
gut behandelt, wohl weil die Jugakiren und Korjaken als Fachkundige
Hundezüchter gelten und teilweise davon lebten.
Die rauhen Bedingungen jener Zeit brachten es mit sich, daß
diese Naturvölker tragende Hündinnen bis zur Stunde
des Werfens anspannten und bereits halbjährige Jungtiere am
Schlitten anlernten. Die Jugakiren setzten gerne das Muttertier als
Leithund ein, um die Leistung des Gespanns zu steigern.
Durch die enorme Ausdauer und
Schnelligkeit des Huskies, ebenso wie seinen starken Willen, wurden
diese Hunde durch einen russischen Händler, der das erste
Siberian Huskygespann 1909 zum Rennen in Alaska anmeldete, bekannt. In
jener Zeit in den Tagen des "Gold Rush" als die Männer nach
dem begehrten Gold ihr Glück suchten und anfingen, mit ihren
Hundegespannen Wettrennen zu fahren, verbreitete sich der Ruf des
Siberian Husky und dadurch auch die Nachfrage und ein reger Export
setzte von Sibirien nach Alaska bis ca. 1914 ein.
Leider wurden zu dieser Zeit, die importierten Hunde in Alaska nicht
rein weiter gezüchtet. Das geschah erst, als sich ein Norweger
namens Leonard Seppalas, der sich zur Zeit auf Goldsuche in Alaska
aufhielt, die von Amundsen für seine geplanten Expeditionen
von Alaska zum Nordpol angeschafften Siberian Huskies
übernahm. Mit ihnen begann er seine systematische Zucht, die
auuf einen größeren Typ ausgerichtet war. Und damit
wurde der Schlittenhund aus der ostsibirischen Gebirgslandschaft auch
in Alaska als Reinzuchtrasse populär, aber auch dies
änderte sich wieder und so verebbte dort die zucht der Huskies
mehr und mehr, während sie sich in allen Teilen der USA und in
Kanada rasch ausbreitete. Erst nach dem 2. Weltkrieg nahm man sich auch
in Alaska mit großer Zielstrebigkeit den Wiederaufbau der
Zucht an.
FCI
- Standard Nr. 270 / 24. 01. 2000 / D
SIBERIAN HUSKY
ÜBERSETZUNG : Mrs
J.Turnbull und Harry G.A.Hinckeldeyn.
URSPRUNG :
U.S.A.
DATUM
DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES :
02. 02. 1995.
VERWENDUNG :
Schlittenhund.
KLASSIFIKATION
FCI: Gruppe 5 Spitze und
Hunde vom Urtyp.
Sektion 1 Nordische Schlittenhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.
ALLGEMEINES
ERSCHEINUNGSBILD : Der
Siberian Husky ist ein mittelgrosser Arbeitshund, schnell,
leichtfüssig, frei und elegant in der Bewegung. Sein
mässig kompakter, dichtbehaarter Körper, die aufrecht
stehenden Ohren und die buschige Rute weisen auf die nordische Herkunft
hin. Seine charakteristische Gangart ist fliessend und scheinbar
mühelos. Er ist (nach wie vor) äusserst
fähig, seine ursprüngliche Aufgabe als Schlittenhund
zu erfüllen und leichtere Lasten in mässigem Tempo
über grosse Entfernungen zu ziehen. Die Proportionen und die
Form seines Körpers spiegeln dies grundlegend ausgewogene
Verhältnis von Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer wider.Die
Rüden sind maskulin, aber niemals grob; die Hündinnen
sind feminin, aber ohne Schwächen im Aufbau. Ein Siberian
Husky in richtiger Kondition, mit gut entwickelten, straffen Muskeln,
hat kein Übergewicht.
WICHTIGE
PROPORTIONEN :
- Die Länge des Körpers, gemessen vom Schultergelenk
bis zum Sitzbeinhöcker, übertrifft ein wenig die
Widerristhöhe.
- Der Abstand von der Nasenspitze bis zum Stop ist gleich dem vom Stop
bis zum Hinterhauptsbein.
VERHALTEN /
CHARAKTER (WESEN) : Das
charakteristische Temperament des Siberian Husky ist freundlich und
sanftmütig, aber auch aufmerksam und kontaktfreudig.
Er zeigt nicht die besitzbetonenden Eigenschaften eines Wachhundes,
noch ist er allzu misstrauisch gegenüber Fremden oder
aggressiv gegenüber anderen Hunden. Von einem erwachsenen Hund
darf ein gewisses Mass an Zurückhaltung und Würde
erwartet werden. Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und sein Eifer machen
ihn zum angenehmen Begleiter und willigen Arbeiter.
KOPF :
OBERKOPF :
Schädel : Von mittlerer Grösse und passend zum
Körper, oben leicht gerundet und sich von der breitesten
Stelle zu den Augen hin verjüngend.
Stop : Gut ausgeprägt.
GESICHTSSCHÄDEL
:
Nasenschwamm : Schwarz bei grauen, lohfarbenen und schwarzen Hunden;
leberfarben bei kupferfarbenen Hunden; bei rein weissen Hunden kann er
fleischfarben sein. Die rosastreifige "Schneenase" ist zu akzeptieren.
Fang : Von mittlerer Länge und von mittlerer Breite, sich zur
Nase hin allmählich verjüngend, jedoch nicht spitz
oder quadratisch endend.
Der Nasenrücken ist gerade vom Stop bis zur Nasenspitze.
Lefzen : Gut pigmentiert und eng anliegend.
Kiefer / Zähne : Scherengebiss.
Augen : Mandelförmig, mässig auseinanderliegend und
etwas schräg gelagert. Die Augen können braun oder
blau sein, wobei ein braunes und ein blaues Auge sowie mehrfarbige
Augen zu akzeptieren sind. Ausdruck durchdringend, aber freundlich,
interessiert und sogar schelmisch.
Ohren : Von mittlerer Grösse, dreieckig, eng
beieinanderstehend und hoch angesetzt. Sie sind dick, gut behaart,
hinten leicht gewölbt, absolut aufrecht stehend, mit leicht
abgerundeten, aufgerichteten Spitzen.
HALS :
Mittlere Länge, gebogen, im Stand stolz aufgerichtet. Im Trab
ist der Hals so gestreckt, dass der Kopf leicht vorgelagert getragen
wird.
KÖRPER :
Rücken : Gerade und kräftig, mit vom Widerrist zur
Kruppe waagerecht verlaufender oberer Linie. Er ist von mittlerer
Länge, weder verhältnismässig kurz noch
nachgebend wegen übermässiger Länge.
Lenden : Straff und trocken bemuskelt, schmaler als der Rippenkorb und
leicht aufgezogen.
Kruppe : Abfallend, doch niemals so steil, dass der Schub der
Hinterläufe beinträchtigt wird.
Brust : Tief und kräftig, aber nicht zu breit; der tiefste
Punkt liegt unmittelbar hinter und auf gleicher Höhe mit den
Ellenbogen. Die Rippen sind gleich am Ansatz an der
Wirbelsäule gut gewölbt, an den Seiten aber flacher,
um einen freien Bewegungsablauf zu erlauben.
RUTE :
Die gut behaarte Rute in Form einer Fuchslunte ist knapp unterhalb der
oberen Linie angesetzt und wird, wenn der Hund aufmerksam ist,
üblicherweise in einem eleganten, sichelförmigen
Bogen über den Rücken getragen. Dabei soll sich die
Rute weder an der einen noch an der anderen Seite des Körpers
ringeln, auch soll sie nicht flach auf den Rücken
gedrückt werden. Eine hängende Rute ist normal, wenn
der Hund ruhig und gelassen steht. Das Haar an der Rute ist mittellang
und rundum annähernd gleich lang, wodurch die Rute wie eine
runde Bürste aussieht.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND :
Von vorne betrachtet, stehen die Läufe in mässigem
Abstand auseinander, parallel und gerade. Die Knochen sind
substanzvoll, aber nie schwer. Die Länge der Läufe
vom Ellenbogen bis zum Boden ist etwas grösser als der Abstand
vom Ellenbogen zum Schulterblattkamm. Afterkrallen an den
Vorderläufen können entfernt sein.
Schultern und Oberarm : Schulterblatt gut zurückliegend. Der
Oberarm ist vom Schultergelenk zum Ellenbogen etwas nach hinten
gerichtet und nie senkrecht zum Boden. Die Muskeln und Bänder,
die die Schulterblätter am Rippenkorb halten, sind straff und
gut entwickelt.
Ellenbogen : Eng am Körper anliegend, weder ein- noch
ausgedreht.
Vorderfusswurzelgelenk : Kräftig, aber biegsam.
Vordermittelfuss : Von der Seite betrachtet, leicht schräg
gestellt.
HINTERHAND :
Von hinten betrachtet stehen die Läufe in mässigem
Abstand auseinander und parallel. Afterkrallen, falls vorhanden, sollen
entfernt werden.
Oberschenkel : Gut bemuskelt und kraftvoll.
Knie : Gut gewinkelt.
Sprunggelenke : Zeichnen sich gut ab und sind bodennah plaziert.
PFOTEN :
Oval, aber nicht lang, von mittlerer Grösse, kompakt und gut
behaart zwischen den Zehen und Ballen. Die Ballen sind
widerstandsfähig und dick gepolstert. Im natürlichem
Stand zeigen die Pfoten weder nach innen noch nach aussen.
GANGWERK :
Schwungvoll und scheinbar mühelos. Der Siberian Husky ist
flink und leichtfüssig. Im Ausstellungsring sollte er an einer
locker hängenden Leine in einem mässig schnellen Trab
vorgestellt werden, dabei guten Vortritt und Schub zeigend. Der sich im
Schritt bewegende Siberian Husky, von vorne nach hinten betrachtet,
zeigt keinen bodenengen Gang; doch wenn er schneller läuft,
tendieren die Läufe nach und nach zur Mitte hin, bis die
Pfoten auf eine Linie gesetzt werden, die genau unter der
Längsachse des Körpers verläuft. Wenn die
Abdrücke der Pfoten sich decken, bewegen sich die Vorder- und
Hinterläufe geradeaus gerichtet, ohne dass die Ellenbogen oder
Kniegelenke weder ein- noch ausdrehen. Die Läufe bewegen sich
parallel. Während der Bewegung bleibt die obere Linie straff
und gerade.
HAARKLEID
HAAR :
Das Haarkleid des Siberian Husky ist doppelt und mittellang, hat ein
schönes, pelzartiges Aussehen, ist aber niemals so lang, dass
es die klaren Aussenlinien des Hundes verdeckt. Die Unterwolle ist
weich und dicht und von genügender Länge, um das
Deckhaar zu stützen. Die längeren, steifen Haare des
Deckhaares sind gerade und etwas anliegend, nie harsch und nicht gerade
abstehend vom Körper. Es sollte beachtet werden, dass das
Fehlen der Unterwolle während des Haarwechsels normal ist. Das
Kürzen der Tasthaare sowie der Haare zwischen den Zehen und um
die Pfoten herum ist erlaubt, um ein gepflegtes Äusseres zu
betonen. Das Trimmen des Haarkleides an jeder anderen Stelle sollte
nicht geduldet und streng bestraft werden.
FARBE :
Alle Farben von schwarz bis rein weiss sind erlaubt. Eine Vielfalt von
Zeichnungen am Kopf ist üblich, einschliesslich mancher
auffallender Muster, die bei anderen Rassen nicht zu finden sind.
GRÖSSE
UND GEWICHT :
Widerristhöhe :
Rüden : 53,5 - 60 cm (21-23,5 ins).
Hündinnen : 50,5 - 56 cm (20-22 ins).
Gewicht : Rüden : 20,5
- 28 kg (45-60 pounds).
Hündinnen : 15,5 - 23 kg (35-50 pounds).
Das Gewicht steht im richtigen
Verhältnis zur Widerristhöhe. Die genannten
Grössen und Gewichte bezeichnen die äussersten
Grenzen ohne einem Extrem den Vorzug zu geben.
Übermässige Knochenstärke oder
Übergewicht sollte bestraft werden.
Zusammenfassung :
Die wichtigsten Rassemerkmale des Siberian Husky sind mittlere
Grösse, angemessene Knochenstärke, harmonische
Proportionen, leichte und freie Bewegungen, richtiges Haarkleid,
ansprechender Kopf und ansprechende Ohren, korrekte Rute und gute
Wesensart. Bestraft werden sollten zu schwere Knochen,
übermässiges Gewicht, gebundene oder
schwerfällige Gangart, langes, rauhes Haarkleid. Ein Siberian
Husky sollte nie so schwer oder grob erscheinen wie ein Zughund, aber
auch nicht so leicht und zart wie ein Rennhund. Rüden und
Hündinnen sollen erkennen lassen, dass sie zu grosser Ausdauer
fähig sind. Ausser den oben erwähnten Fehlern sind
morphologische Fehler, die alle Rassen gemeinsam haben, beim Siberian
Husky ebenso unerwünscht, wie bei jeder anderen Rasse, auch
wenn sie hier nicht besonders erwähnt sind.
FEHLER :
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
· Schädel : Plumper oder schwerer Kopf; zu fein
gemeisselter Kopf.
· Stop : Nicht genügend ausgeprägt.
· Fang : Entweder zu fein oder zu grob, zu kurz oder zu
lang.
· Kiefer / Zähne : Jede Abweichung vom
Scherengebiss.
· Augen : Zu schräg oder zu dicht beieinander
liegende Augen.
· Ohren : Zu gross im Verhältnis zum Kopf; zu weit
auseinanderstehend; nicht fest aufrechtstehend.
· Hals : Zu kurz und dick, zu lang.
· Rücken : Schwacher oder nachgebender
Rücken; gewölbter Rücken; abfallende obere
Linie.
· Brust : Zu breit; tonnenförmiger Brustkorb;
Rippen zu flach oder schwach.
· Rute : Angedrückte oder enggeringelte Rute; sehr
buschige Rute; Rute zu tief oder zu hoch angesetzt.
· Schultern : Steile Schultern; lose Schultern.
· Vorderhand : Schwacher Vordermittelfuss; zu schwere
Knochen; zu enger oder zu weiter Stand; ausgedrehte Ellenbogen.
· Hinterhand : Gestrecktes Knie, kuhhessig, zu enger oder zu
weiter Stand.
· Pfoten : Nachgebende oder gespreizte Zehen; Pfoten zu
gross und plump, zu klein und zart; zeheneng oder zehenweit.
· Gangwerk : Kurze, tänzelnde, elastische,
schwerfällige oder rollende Gangart, kreuzend oder
schräg laufend.
· Haar : Langes, rauhes oder struppiges Haarkleid; zu
harsche oder zu seidige Textur; getrimmtes Haarkleid, ausser an den
erlaubten Stellen.
AUSSCHLIESSENDER
FEHLER :
· Rüden über 60 cm (23,5 ins) und
Hündinnen über 56 cm (22 ins).
N.B. : Rüden
müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden.
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