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Schlittenhunde, Schlittenhunderennen und Schlittenhundesport Termine

Innerkrems der Schlittenhundeevent mit Tradition


Zum 14. Mal trafen sich in diesem März die Härtesteten unter den mitteleuropäischen Mushern in Innerkrems zum mittlerweile traditionellen Innerkrems Longtrail. Wenn man in unserer schnelllebigen Zeit gerne schon nach der 3. Veranstaltung von Tradition schwärmt, ist zu sagen, dass hier in den Nockbergen mit der 14. Veranstaltung in Folge tatsächlich ein Traditionsrennen entstanden ist, das seinesgleichen sucht. Sogar der Musherabend mit den allseits geliebten Rindsrouladen von Mitveranstalter Bernhard Moritz fügt sich dieser Tradition und hat dazu geführt, dass der diesjährige Innerkrems Longtrail nun von einigen Sportfreunden zum 14. Rindsrouladen Longtrail umbenannt wurde.

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Heuer war die Veranstaltung mit obligatorischem Biwak in den Rennklassen ausgeschrieben, was dazu geführt hat, dass die Tourenklasse als einzige Klasse, in der kein Biwak vorgeschrieben war, sehr stark repräsentiert war. Zwar gab es auch in dieser Klasse einige Verwegene, die sich den Spaß einer Übernachtung im Freien bei -10°C nicht nehmen lassen wollten, viele der Starter sind aber genau aus dem Grund, diesem Biwak zu entgehen, in die Klasse für hundeschlittenfahrende KärntenTouristen umgestiegen.Innerkrems hatte im heurigen Winter, genau wie der Rest Kärntens, ausreichend Schnee. Zum ersten Mal, das Carinthian Mountains Team war immerhin diese Mal zum 5. Mal dabei, haben wir es erlebt, dass  die ankommenden Wohnwagengespanne nicht mit schwerem Gerät oder gar Seilwinde auf den Platz gezogen werden mussten. Dieser Gedanke wurde von vornherein verworfen, da das bei den vorhandenen Schneemassen sicher zu materialintensiv geworden wäre. Im Vorfeld wurde der Stake Out Bereich von Radladern weitgehend schneefrei geräumt, sodass nahezu jeder ohne Traktorhilfe einen sehr guten Standplatz für den Wohnwagen erreichen konnte. Der Stake Out für die Hunde konnte dann auf einer so festen und mächtigen Schneeauflage eingerichtet werden, dass man die Stangen fast ohne Hammer in den „Boden“ bekam. Mit Stake Out Stangen, die lange genug waren, war sicheres Ankern so ohne weiteres möglich.

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Stark vertreten waren beim diesjährigen Event die Teams, die man in der Sprintszene der Zweierkategorie zuordnet. Grönländer, Malamuten und Samojeden stellten ca. die Hälfte der  startenden Gespanne. Anreise war ab Donnerstag, Start am Freitag. Als Konzession für die Musher aus der LT Ecke, die die nächste Nacht unter dem herrlichen Sternenhimmel der Nockberge verbringen wollten war die Startzeit auf 14 Uhr angesetzt. Das gab zum Einen denjenigen, die die Anreise am Donnerstag nicht mehr geschafft hatten doch noch Gelegenheit, rechtzeitig zum Start auf der Matte bzw. anfangs erst mal auf den Kufen zu stehen und zum Anderen den Biwakieren eine nicht all zu lange Wartezeit bis die Sterne endlich für etwas Romantik am Biwakplatz sorgten.Das war also der Plan, der dann am Freitag auch in die Tat umgesetzt wurde. Wer Angst vor allzu warmen Temperaturen am Freitagnachmittag hatte, konnte beruhigt sein. Das Wetter war so richtig etwas für Malamuten, wie ein erfahrener Malamutemusher immer wieder betonte. Es stürmte, dass die Hälfte gereicht hätte. In den tieferen Lagen auf den noch relativ flach ansteigenden Waldwegen war das noch nicht so recht zu spüren. Der Wald bot dort noch einigen Schutz, im ersten steileren Anstieg jedoch zeigte sich, was der Gemeinde am und um das Grünleitennock herum bevorstand. Windgeschwindigkeiten von 80 Kmh waren der Normalfall, böige Spitzen bis 110 kmh zum Glück die Ausnahme. Die Normaltemperatur von gemütlichen minus 5-10°C fühlte sich dabei an, dass es kaum zu glauben war. Ungemütlich, das hat nur sehr bedingt Spaß gemacht.

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Die Qualen wurden durch mitunter 10 Minuten langen Standzeiten, bei denen mal wieder ein Team versucht hat, sich abseits vom Trail in 2 metertiefen, lockeren Schneemassen freizuschwimmen, verlängert. Es war extrem schwer, den ohne Zweifel ehemals topp präparierten Trail überhaupt zu finden und den Mushern von der Skijörerfraktion war hier höchstes Lob zu zollen. Zwar hat Walter Geringer, der als erster das Vergnügen hatte, keinen Trail gebrochen, aber er hat ihn zumindest so gut es ging für die Nachfolgenden markiert. Aller Schweiß des Präparationsteams war für Freitag nahezu umsonst geflossen, der Sturm hatte einigen Teams ihre Grenzen gezeigt und einigen Rookies gezeigt was geht, wenn es gehen muss.

Die möglichen Abkürzungen, die vom Rennleiter Walter Treichl in Aussicht  gestellt wurden, wurden von den meisten nicht gefunden. Also musste man durch oder drüber, wie immer man den Weg durch diese für unsere Breiten doch eher seltenen Wetterbedingungen auch beschreiben wollte. Endlich die Abfahrt über die Nockalmstrasse, die Biwakierer haben sich hinter Schneewälle ihr Lager eingerichtet, glücklich wer ein sturmsicheres Zelt sein eigen nennen konnte, oder es wurden einfach Mulden gegraben, um dem Wind möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten.

Tourenfahrer bogen einfach links ab und nach  6 Km wartete der gut beheizte Wohnwagen am Stake Out im Tal. Jeder hat es geschafft den Trail zu bewältigen, manche brauchten allerdings bei der Abfahrt schon eine Stirnlampe, da musste man der späten Startzeit Tribut zollen. Gute Zeiten kamen heute natürlich nicht zustande, aber das war am heutigen Tag eine echte Nebensache. Da ca. 2/3 der gestarteten Teams in der Tourenklasse unterwegs waren, konnte man die Zeiten des heutigen Tages sowieso gelassen betrachten.

Speziell für unser Team bzw. mich als Musher war bei der Ankunft am Lager klar, am Samstag ist Ruhetag. Morgen fahr‘ ich da sicher nicht schon wieder hoch.Samstagmorgen, 6 00 Uhr, die Hunde wollten raus bzw. wurden vom Musher geweckt, Tagwacht!  Das Wetter hat sich gewandelt, strahlend blauer Himmel, die Sonne zeigte sich schon hinter den Bergen im Osten, da wo wir in noch nicht einmal 50 km Entfernung (Luftlinie) zu Hause sind. Also eins war klar, heute fahr‘ ich da hoch, was schert mich mein Geschwätz von gestern.

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Der Plan war eine echte Tour, zusammen mit dem zweiten Team aus der Verwandtschaft, Hannes Eder hatte einen Wurfbruder und den Vater unsere „Welpen“ eingespannt. Bei diesem Wetter wäre alles was schneller als  dreieinhalb Stunden über die 25 Km gegangen wäre ein echter Frevel gewesen. Heute sollte man jeden der 1400 Höhenmeter genießen. Der Weg war das Ziel!

Kurz gesagt, dieser „Renntag“ war ein Traum. So dicht liegen Alptraum und Traum hier beieinander, innerhalb von 20 Stunden kann man in Innerkrems so einiges an Wetter erleben, dazu braucht man anderswo einen ganzen Monat. Die Tourenklasse war am Samstag so ziemlich unter sich, weil die Musher aus dem Biwak schon eine Stunde vorgestartet sind und dadurch viele schon über dem Berg waren, als die Touristen gerade auf den Trail gingen. Insgesamt ein sehr gemütliches Unterfangen, bei diesem Wetter war es kein Problem, mal einen Müsliriegel nachzuschieben oder etwas zu trinken. Am Vortag wurde einem schon beim Versuch einer Rast der Schlitten vom Trail geblasen, an die Trinkflachen zu kommen war eine Illusion, im Grunde war es sowieso angenehmer, in Bewegung zu bleiben. Nicht so am Samstag, der sich wie ein Sonntag anfühlte.

Die Strecke war frisch präpariert und kein Vergleich zu den verwehten und tiefen Trails vom Vortag. Zwar gingen es die Hunde etwas langsamer an, schließlich wussten die mittlerweile was da noch kommt, aber dem Hauptziel, Grünleitennock konnte man in aller Ruhe entgegengehen, das war der richtige Punkt für eine Pause, denn wenn nicht dort, wo dann.

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Ein paar Streicheleinheiten für die Hunde vom begeisterten Publikum, das immer gerne mit dem Lift hier hoch fährt, um Musher und Hunde nach Kräften beim Aufstieg zu unterstützen, gab es bei dem kleinen Aufenthalt nebst einem Keks natürlich auch, denn etwas Spaß sollte schon sein.

Das Panorama, dass man wenn der höchste Punkt erst einmal überwunden war, sich hier einverleiben konnte, ist mit imposant nur sehr schwach beschrieben. Die Sichtverhältnisse waren so, dass man im Norden ohne weiteres Salzburg und im Süden Triest hätte sehen können, wenn da nicht die Tauern und die Karawanken im Weg gewesen wären, aber wer muss schon Salzburg und Triest sehen, bei dieser Aussicht.

Mit wenigen Worten, der Samstag war ein reiner Schlittenhundegenusstag, die frühe Startzeit hat noch genug Zeit übrig gelassen, um sich am Stake Out etwas mit den Zuschauern zu unterhalten und mit den Hunden in der Sonne zu sitzen.

Abends dann die Rindsrouladenparty, die natürlich einiges mehr zu bieten hatte, als nur das. Die Verköstigung am Musherabend hier im Gasthaus Raufner hat ohne Weiteres einen Stern verdient, Vergleichbares findet man wirklich selten bei anderen Rennveranstaltungen. Die gute Grundlage hat dann sicher auch dazu geführt, dass die Letzten den Saisonausklang bis um 3 30 Uhr  ausgiebig feierten.

Um 10 Uhr war der Start zum dritten und letzten Tag des 14. Innerkrems Sleddog Iron Man. Am letzten Tag werden erfahrungsgemäß immer die besten Zeiten gefahren. Das liegt zum Einen daran, dass die Longtrailer am 3. Tag nur mit leichtem Gepäck fahren müssen und zum Anderen natürlich daran, dass sich die Hunde und Musher nach entsprechender Erfahrung besser einteilen und so zügiger über die Strecke kommen. In diesem Jahr war außerdem der Trail am dritten Tag in Bestzustand, was weiter hilfreich für Spitzenzeiten war.

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Außer bei den Siegern der Klasse LT1 und LT0 wurde  die Bestzeit von allen am 3. Tag gefahren. Michael Käsbohrer und Martin Eigentler haben ihre Toppzeiten mit schweren Schlitten aber frischen Teams am ersten Renntag erreicht. Martin Eigentler, Gerald Schinzel und der Sieger der Klasse LT2 Andreas Kraft konnten an jeweils einem Tag die Strecke in unter 2 Stunden durchfahren. Absolute Bestzeit erreichte Martin Eigentler mit seinem O-Team mit 1:55:01. Walter Geringer, der Trailbreaker des ersten Tages konnte seine 2 Sibirier in der Klasse Skijöring am 3. Tag mit 2:17:48 über den Trail „begleiten“. Alles absolute Sensationsleistungen, die hier in den Rennklassen Maßstäbe gesetzt haben.

Nach der Siegerehrung hat sich dann der ganze Schlittenhundezirkus relativ schnell in alle Winde zerstreut. Danksagungen, die bei der Pokalvergabe immer an alle Sponsoren und Beteiligten zelebriert werden, vergessen leider den Dank, den die Mushergemeinde den Organisatoren solcher Veranstaltungen wie dem Innerkrems Longtrail  schulden. Das liegt zum Einen daran, dass wir kein Mikrofon in der Hand haben und zum Anderen daran, dass sich in dem Häufchen von Individualisten keiner wirklich zuständig fühlt, für alle Musher zu sprechen. Ich möchte das an dieser Stelle nachholen. Ich denke, das im Namen aller zu tun, die hier in Innerkrems, wie schon so oft, ein herrliches Rennen und ein unvergessliches Wochenende verbringen durften.

Danke Beate, danke Bernhard, danke Walter und danke an alle, die Ihr draußen auf der Strecke - sei es bei Präparation oder als Streckenposten - Euer Bestes zum Gelingen dieser grandiosen Veranstaltung beigetragen habt. Danke an die Tierärzte und auch an die Helikopterbesatzung, die wir zum Glück nur im Standby gebraucht haben. Danke an alle, die ich vergessen habe oder von denen ich nicht einmal weiß, dass ihnen Dank gebührt.

Danke, es war eine einzigartige Veranstaltung und kaum ist Innerkrems 2009 vorbei, da freuen wir uns schon auf den Innerkrems Sleddog Iron Man 2010, der hoffentlich genauso verletzungsfrei für Hund und Mensch über die Bühne des Nationalparks Nockalm geht wie in diesem Jahr.

Artikel von Peter Langguth. Weitere Rennberichte findet Ihr auf seiner Seite http://buntehunde.pytalhost.com
Gesendet von : Frank,  18.03.2009
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